Die verschollenen Töchter Dersims
„Hay Way Zaman“

Freitag, 29. Januar 2021  •  19:00 Uhr
Virtual • Zoom

Ein Webinar mit dem Autor: Kazım Gündoğan

„Noch bevor die Nazis das Giftgas anwandten, wurde das aus Deutschland importierte Giftgas gegen Aleviten in Dersim eingesetzt.“ – Kazım Gündoğan

Am Freitagabend, den 29.Januar 2021, hatte die AnKa Initiative den investigativen Schriftsteller Kazım Gündoğan zu Besuch. Der Autor des Buches „Dersimin Kayıp Kızları“ (Die verschollenen Töchter Dersims) berichtete über die tragischen Lebensgeschichten der aus Dersim stammenden Mädchen, die nach dem Genozid 1938 als Überlebende von ihren Wurzeln entrissen und sunnitischen Militärsfamilien gegeben wurden, um „zivilisiert“ zu werden.


Insgesamt 120 online zugeschaltete Zuschauer erfuhren zunächst die historisch-politischen Hintergründe, die zur präzise kalkulierten „Säuberung“ von Aleviten im Gebiet Dersim, dem heutigen Tunceli, führten. Das „ein Staat, eine Sprache, ein Glaube, eine Rasse“ Gedanke und Prinzip der damaligen Regierung hatte 13.800 Personen zu Opfer. Die Dunkelziffer wird jedoch auf das Dreifache geschätzt.


Nach langer Recherche konnte der Autor über 400 Frauen für sein Buch und den gleichnamigen Dokumentarfilm interviewen. Im Gespräch gab der Autor einen kurzen Einblick in die leidensvollen Lebensgeschichten der Töchter Dersims. Leben voller Angst, Terror und in menschenunwürdigen Verhältnissen.


Die Intention des Autors sei es nicht Hass und Wut zu schüren. Er möchte die Stimme für all diejenigen sein, die ihre Stimme nie erheben konnten. Ein Verständnis darüber zu schaffen, was in Dersim passiert ist, da es keine wirkliche Aufarbeitung gegeben habe. „Wir müssen uns zunächst der Last der Vergangenheit entledigen, in dem wir offen darüber reden und die Vergangenheit aufarbeiten. Wir sollten einen Dialog führen, der auf das Prinzip des gegenseitigen Zuhörens und Verstehens beruht und nicht etwa auf das Erzwingen der eigenen Meinung.“, so Kazım Gündoğan.


In diesem Sinne möchte die AnKa Initiative Brücken zwischen verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen bilden. Es gilt das Reichtum an Diversität zu feiern, Vorurteile abzubauen und vor allem zu heilen. 

Mit freundlicher Unterstützung:

Flyer hier

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